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Als von Anfang an (d.h. seit 1970) ausschließlich auf deutschsprachige Autoren und Autorinnen ausgerichtete Literatur-Agentur haben wir diese Entwicklung praxisnah miterlebt. Wir haben als erste deutsche Literatur-Agentur schon frühzeitig darauf reagiert, indem wir bereits 1978 ein hauseigenes Lektorat und 1980 ein Redaktionsbüro angliederten, dem seither von Verlagen und Autoren Lektorats- und Redaktionsaufträge zur Realisierung von Buchprojekten übertragen werden.
Die alltägliche Praxis zeigt auch, dass manche Autorinnen und Autoren ihre Werke noch mit der Schreibmaschine erfassen und daher einige der genannten Kriterien nicht erfüllen können. Manchmal möchten man uns ein Werk anbieten, das bereits als Privatdruck erschienen ist, und für das man sich nun eine größere Öffentlichkeit wünscht. Wie auch immer: Wir lesen jedes Manuskript, das uns geschickt wird, ganz einfach deshalb, weil wir neugierig sind.
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Mit unbestechlichem Blick befragt er den Text auf Schlüssigkeit, Handlungssprünge, stilistische Ausgewogenheit, Wiederholungen, Längen usw. (Zum Beispiel sieht er bei einem Roman, der 1929 spielt, dass dort nicht die Rede vom „großen Zampano“ sein kann, da dieser eine Figur aus Fellinis „La Strada“ von 1954 ist.)
Der Lektor ist zugleich Probeleser. Dabei geht er jedoch nicht davon aus, wie er selbst eine Geschichte schildern würde, sondern die Kunst des Lektors besteht darin, sich in die bestehende Form der Geschichte einzuleben und im Sinne des Autors den Feinschliff vorzunehmen. Genau genommen ist er weder auf Seiten des Autors, noch auf Seiten des Lesers. Vielmehr ist er Vermittler zwischen beiden, er ist der Anwalt des Autors und des Lesers zugleich.
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